Dentaprimo › 08 — Google-Unternehmensprofil
Das Google-Unternehmensprofil: der erste Eindruck Ihrer Praxis
Bevor jemand Ihre Website sieht, sieht er Ihr Google-Unternehmensprofil: Öffnungszeiten, Bewertungen, Fotos und der Anruf-Knopf, direkt in der Suche und auf der Karte. Der Eintrag ist kostenlos. Und er wird von vielen Praxen behandelt, als gehöre er jemand anderem: Von zwölf Praxisprofilen, die wir von Hand durchgesehen haben, war eines nicht einmal vom Inhaber übernommen — und neun hatten auf keine der sichtbaren Rezensionen geantwortet.
Erst übernehmen, dann pflegen
Wie bei den Bewertungsportalen gilt: Das Profil Ihrer Praxis existiert meist schon, gespeist aus Karten- und Verzeichnisdaten — die Frage ist nur, ob Sie es kontrollieren oder niemand. Steht auf dem Eintrag „Als Inhaber eintragen", hat ihn noch niemand übernommen. Nach der Übernahme verlangt Google eine Bestätigung, heute meist per kurzer Videoaufzeichnung vor Ort — zu zeigen sind der Standort, die Praxisausstattung und der Zugang zu Bereichen, die nur dem Team offenstehen —, je nach Fall auch per Live-Videoanruf, Telefon, E-Mail oder Postkarte (Quelle: Google-Hilfe „Unternehmensprofil auf Google bestätigen", abgerufen 04.08.2026). Die Prüfung dauert danach bis zu fünf Werktage; erst nach der Bestätigung lässt sich das Profil vollständig bearbeiten.
Was in das Profil einer Zahnarztpraxis gehört
- Die richtige Kategorie. Hauptkategorie „Zahnarzt"; weitere Kategorien nur für Gebiete, die die Praxis tatsächlich anbietet — etwa Kieferorthopädie oder Oralchirurgie. Was dort steht, ist Werbung im Sinne des Berufsrechts: Es muss stimmen.
- Öffnungszeiten, die stimmen — auch im Urlaub. Wer mit Schmerzen sucht, ruft dort an, wo „geöffnet" steht. Eine falsche Angabe kostet keinen Klick, sondern Vertrauen.
- Der kürzeste Weg zum Termin. Telefonnummer und ein Verweis auf die Terminanfrage Ihrer Website — das Profil soll den Kontakt auslösen, nicht nur informieren.
- Leistungen mit Ziel. Der Klick aus dem Profil braucht eine Seite, auf der die gesuchte Behandlung wirklich steht. Dass genau die oft fehlt, haben wir gemessen: 1.346 von 1.700 geprüften Praxen (79 %) bewerben mindestens eine angebotene Leistung ohne eigene Unterseite (eigener Website-Crawl Österreich, Juli 2026).
- Echte Fotos. Empfang, Räume, Team — keine Symbolbilder. Auf die beliebte Gegenüberstellung „vor der Behandlung / nach der Behandlung" verzichten Sie besser: werberechtlich heikel, und für Behandlungserfolge schnell irreführend. Patientinnen und Patienten gehören ohne ausdrückliche Einwilligung auf kein Foto.
Verwalten heißt vor allem: antworten
Neun von zwölf Profilen ohne eine einzige Antwort — das ist keine Statistik über alle Praxen, sondern eine Handdurchsicht, und Google zeigt je Profil nur die neuesten Rezensionen. Aber das Muster ist deutlich: Beantwortet wird selten. Dabei liest die Antwort nicht nur, wer bewertet hat — sie liest jeder, der die Praxis gerade aussucht. Für das Antworten gilt die Schweigepflicht: kein Behandlungsverhältnis bestätigen, keine Details, auch nicht zur Richtigstellung — wie das geht, steht auf unserer Seite zu Google-Bewertungen. Dasselbe gilt für den Bereich „Fragen und Antworten" im Profil: Auch dort antwortet die Praxis öffentlich.
Warum das Profil die Website nicht ersetzt
Das Unternehmensprofil ist der wichtigste einzelne Eintrag für die lokale Suche — und es gehört trotzdem nicht Ihnen. Google ändert Darstellung, Regeln und Gewichtung, ohne Sie zu fragen. Die Seiten, auf denen Ihre Behandlungen erklärt sind, gehören dagegen Ihnen — und sie sind es, die gefunden werden, wenn jemand nicht „Zahnarzt" sucht, sondern eine Behandlung. Das Profil bringt den ersten Blick; ob daraus ein Termin wird, entscheidet sich auf Ihrer Website.
Häufige Fragen
Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Nichts. Anlegen, Bestätigen und Verwalten sind bei Google kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn Sie die Pflege abgeben oder zusätzlich Anzeigen schalten — beides ist für den Anfang nicht nötig.
Wie bestätige ich meine Praxis bei Google?
Nach der Übernahme des Eintrags verlangt Google einen Nachweis, meist eine kurze Videoaufzeichnung vor Ort, die Standort, Ausstattung und den Zugang zu Team-Bereichen zeigt; je nach Fall auch ein Live-Videoanruf, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Erst nach der Prüfung — bis zu fünf Werktage — ist das Profil voll bearbeitbar.
Welche Kategorie wählt eine Zahnarztpraxis?
Als Hauptkategorie „Zahnarzt". Weitere Kategorien nur, wenn die Praxis das Gebiet tatsächlich anbietet — etwa Kieferorthopädie oder Oralchirurgie. Falsche Kategorien sind keine Kleinigkeit, sondern eine Irreführung der Patientinnen und Patienten.
Ersetzt das Unternehmensprofil die Praxiswebsite?
Nein. Das Profil gewinnt den ersten Blick in der lokalen Suche, aber es gehört Google, nicht Ihnen. Wer nach einer Behandlung sucht, landet auf Leistungsseiten — und die kann nur Ihre eigene Website liefern.